SĂŒĂŸes und Saures fĂŒr die Fans

 

 

 

In den letzten zehn Minuten gelingt der SG nur ein Tor – Bergtheim entfĂŒhrt die Punkte

SG Garitz/NĂŒdlingen – HSV Bergtheim 23:24 (11:13). Irgendwann hatte es Stephanie Piske in die Bergtheimer Köpfe geschafft. Bestimmt mit einer Portion Wut, weil die TorhĂŒtern frĂŒh zwei BĂ€lle ins Gesicht bekommen hatte. Ohne dass die Schiedsrichter das Spiel wie eigentlich ĂŒblich unterbrachen. Mit ihren starken Aktionen brachte die SG-Torfrau die HSV-Spielerinnen jedenfalls ins GrĂŒbeln. Die Streuung nahm zu bei den WĂŒrfen des beeindruckten Favoriten. Im gleichen Maße wie das Selbstvertrauen der Heim-Sieben, die nach der Pause ein Spiel auf allerhöchstem Bayernliga-Niveau anbot.

Bergtheims Trainer wundert sich

Beim Kabinengang hatte Bergtheim mit zwei Toren gefĂŒhrt, kassierte aber nach dem Seitenwechsel in Unterzahl den Ausgleich und lag nach dem Treffer von Anna Kleinhenz erstmals zurĂŒck. Es entwickelte sich ein Spiel der Superlative, das auch das Publikum zu Höchstleistungen animierte. Beim 15:17 schienen die Mainfranken ihre kleine Krise ĂŒberwunden zu haben. „Ich hatte damit gerechnet, dass der Gegner irgendwann mĂŒde wird, aber die SG hat das Tempo hochgehalten und war bis zum Schluss sehr aggressiv“, sagte HSV-Trainer Stephan Dinkel, der beim 22:19 fĂŒr die Gastgeber das Schlimmste im so engen Titelkampf befĂŒrchten musste.

Schade, dass das Schiedsrichter-Gespann jetzt maßgeblich den Spielausgang mitbestimmte. „Ich hatte nur gelacht“, sagte spĂ€ter SG-Trainer Harun Tucovic, der so manche Entscheidung der Unparteiischen allerdings gar nicht lustig fand. „Dieses Spiel hĂ€tte Schiedsrichter mit etwas mehr FingerspitzengefĂŒhl verdient gehabt“, fand Tucovic spĂ€ter ungewohnt deutliche Worte. Monierte, und das absolut nachvollziehbar, insbesondere die unterschiedliche Auslegung von Zeitspiel, zu Ungunsten seiner Mannschaft.

Es war ein spöttisches Grinsen, was dem Trainer eine Bankstrafe einbrachte. „Ohne etwas zu sagen, bekam ich die Strafe. Ich kann das nicht nachvollziehen und muss es trotzdem auf meine Kappe nehmen“, sagte Tucovic. Sekunden spĂ€ter musste auch eine SG-Spielerin auf der SĂŒnderbank. In doppelter Überzahl glich Bergtheim mit drei Toren in Folge aus. „In dieser Phase hat bei uns die Körpersprache nicht mehr gepasst“, monierte Tucovic. Selbst eine zweiminĂŒtige Überzahl konnte die Spielgemeinschaft nicht nutzen.

KĂ€mpferisch top

Es folgte ein verworfener Siebenmeter und ein zu unprĂ€ziser Konterversuch. Bergtheim zog auf 24:22 davon, sah in finaler Überzahl wie der sichere Sieger aus, als Carolin Annon verkĂŒrzte. Die FlĂŒgelspielerin hatte tatsĂ€chlich auch einen allerletzten Wurf, der eine Sekunde (!) vor Spielende aus schwieriger Position nicht den Weg ins Tor fand. „Wir haben gezeigt, auch gegen Spitzenteams mithalten zu können. Das war vor allem kĂ€mpferisch top“, sagte Tucovic, der nur zu Beginn eine zu zaghafte SG-Truppe gesehen hatte, die nach zehn Minuten mit 1:6 zurĂŒcklag.

Abwehr offensiver ausgerichtet

„Dann hat die SG die Abwehr offensiver ausgerichtet, was uns ĂŒberraschend viele Schwierigkeiten bereitete. Und bei unseren Wechseln hatten wir zu viele BrĂŒche im Spiel“, analysierte HSV-Coach Dinkel, dessen Mannschaft zur Pause nur mit 13:11 gefĂŒhrt hatte. Und alles geben musste, um am Ende FreudentĂ€nze aufzufĂŒhren, wĂ€hrend die SG-Spielerinnen die obligatorische Bonbon-Party mit ihren Fans feierten. SĂŒĂŸes und Saures gab es also im letzten Heimspiel der Saison, das unabhĂ€ngig vom Ergebnis schon jetzt Lust auf die nĂ€chsten Auftritte in der Schlossberghalle gemacht hat.

Tore fĂŒr die SG: Lisa Wenzke (10/3), Anne FrĂŒh (7), Sabrina Kleinhenz (2), Julia Albert (2), Anna Kleinhenz (1), Carolin Annon (1).

 
Von JĂŒrgen Schmitt
Quelle: mainpost.de