Das Ende der Dankbarkeit

Ausgerechnet gegen Schlusslicht Regensburg reiĂźt Heimserie der SG Garitz/NĂĽdlingen

 

 

SG Garitz/Nüdlingen – ESV Regensburg II 30:33 (17:20).

Das mit der Dankbarkeit hatte sich am Samstagabend dann erledigt. War eine feine Sache von den Oberpfälzern, die einem Verlegungswunsch der Spielgemeinschaft zugestimmt hatten, noch im alten Jahr. Die Rechnung hatten die Regensburger quasi mit in die Schlossberghalle gebracht. In Form von Spielerinnen, die sich eigentlich in der Drittliga-Mannschaft ihre Meriten verdienen. Doch deren Spiel gegen die TSG Ketsch wurde kurzfristig verlegt aufgrund einer Termin-Überschneidung mit einer Verbands-Maßnahme.

Ein-Qualitäts-Zuwachs, der den Gastgebern zum Verhängnis wurde. Die also ausgerechnet gegen den Liga-Letzten mal wieder ein Heimspiel verloren nach fast zwei Jahren. An die eigene Nase fassen mussten sich die SG-Frauen freilich auch. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, haben zu wenig Lösungen gefunden und mitunter taktische Disziplin vermissen lassen“, sagte Harun Tucovic.

Zumindest in der Anfangs-Viertelstunde durfte der Trainer zufrieden sein mit der Torquote. Beachtliche 13 Treffer in 15 Minuten hatte sein Team erzielt – und genauso viele kassiert zu diesem Zeitpunkt. Früh hatte daher Stephanie Piske den Torwart-Job von Pia Kunzmann übernommen, um nach der Pause wieder Platz zu machen für die junge Kollegin. Beide Torfrauen hatten Siebenmeter pariert, hatten gute bis sehr gute Aktionen, waren aber nicht der Faktor X, den es gebraucht hätte in diesem komplizierten Spiel.

Erst einen Sieg (gegen Taufkirchen) und ein Unentschieden (gegen Dietmannsried) hatten die „Eisenbahner“ bis dato auf die Habenseite gebracht. Und zwar unmittelbar nach dem Trainerwechsel im Dezember. Nach dem Rücktritt von Trainerin Hanna Kutakova übernahm Paul Sommerer, der gemeinsam mit Andreea Croitoru die Mannschaft coacht.

Der Klassenerhalt ist wieder in Reichweite bei möglicherweise zwei Absteigern. Die HSG Mainfranken steht nach ihrem freiwilligen Rückzug als erster Absteiger fest, und nach dem Coup an der Saale beträgt der Rückstand auf den 1. FCN Handball nur noch einen Punkt. Und weil das Drittliga-Team der „Eisenbahner“ im oberen Mittelfeld steht, darf auch in den verbleibenden Spielen mit Verstärkung für die Reserve gerechnet werden.

Als Opfer der Umstände darf sich die Spielgemeinschaft also durchaus sehen. Und hätte die Platte trotzdem nicht als Verlierer verlassen müssen. Mitte der ersten Halbzeit gewann die Abwehr an Stabilität. Dafür sank die Torquote rapide. Auch der Gegner hatte zwischen den Pfosten gewechselt – mit mehr Erfolg, weil sich der vermeintliche Ersatz als starker Rückhalt entpuppte. Details machten den Unterschied. Beim 17:17 hofften die Fans auf einen Zwischenspurt bis zur Pause. Der kam, aber nur vom Gast mit drei Toren in Folge. Ein Rückschlag, den die Heim-Sieben gut wegsteckte. 21:21 stand es nach 40 Minuten, und wieder wartete das Publikum vergebens auf die Wende. In den entscheidenden Phasen setzten die Drittliga-Spielerinnen die entscheidenden Akzente. „Regensburg ist hohes Tempo gegangen. Das hat Kraft gekostet. Dass einige Spielerinnen zuletzt wenig trainieren konnten, hat sich brutal gerächt“, nannte Tucovic weitere Gründe, warum es diesmal nicht reichte. Ausdruck dessen waren einige technische Fehler, aber auch Zeitstrafen, von denen es nach der Pause einige gab – fünf auf SG-Seite, vier auf ESV-Seite. Kräfte sammeln und bündeln heißt es für die SG-Frauen jetzt vor dem Spiel bei der HG Zirndorf, ehe eine dreiwöchige Pause folgt. Ein schweres Spiel im Mittelfränkischen. Aber immerhin ein Spiel, in dem es keine Mogelpackung des Kontrahenten geben wird.

Tore fĂĽr die SG: Julia Albert (6), Anna Kleinhenz (6), Anne FrĂĽh (6/1), Lisa Wenzke (6/1), Sabrina Kleinhenz (2), Nina Barnickel (2), Carolin Annon (2).

 

Von JĂĽrgen Schmitt

Quelle: mainpost.de